Aktuelles: Deponie-Brände 2020

Schutzgemeinschaft gegen Mülldeponie:
Stellungnahme zum Großbrand auf der Deponie vom 24.8.2020:

Sicherheitsmängel im gesamten Deponiebereich und kein Ende in Sicht.

Der erneute Störfall ist nicht nur eine Blamage für die Süd- Müll – 2 Großbrände innerhalb von 5 Monaten- sondern auch  für die Genehmigungs- und Überwachungsbehörde sowie für das grüne Umweltministerium!

Die Entsorgung von Müll ist eine Gelddruckmaschine für Süd- Müll, nur bei den Investitionen in die Sicherheit ihrer Anlagen da fehlt es grundsätzlich an der Umsetzung.

Die Gefahrenabwehrpläne/ Sicherheitsberichte wurden nicht aktualisiert, so dass auch die Wehrleute und alle Sicherheitskräfte bei ihrem Einsatz einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt sind, dies ist untragbar und skandalös.

Ein Skandal ist auch, dass dieser Betreiber das größte Sonderabfallzwischenlager von Rheinland-Pfalz weiter betreiben darf, auf dem 2018 zwei Menschen gestorben sind und der TÜV-Saar einen Katalog von Sicherheitsmängel in diesem Bereich nachgewiesen hat, der bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abgearbeitet ist.

Die SGM fordert:

Die sofortige Schließung der gesamten Anlage bis alle Sicherheitsmängel behoben sind und aktuelle Sicherheitstandards eingeführt sind; dies ist aus unserer Sicht in allen Betriebs-bereichen bei Süd- Müll grundsätzlich erforderlich.

Von den Behörden in Neustadt und dem Umweltministerium fordern wir in Sachen Süd- Müll endlich tätig zu werden und  wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die gesetzlich für einen Störfallbetrieb in dieser Größenordnung zum Schutz der Bevölkerung  und der Umwelt eingesetzt werden können. 

Geplanten Erweiterungsmaßnahmen im Bereich der DK II wird die SGM nicht zustimmen, und in den Widerspruch gehen, wenn die Süd- Müll und die Behörden es nicht fertig bringen einen Entsorgungsbetrieb zu betreiben, von dem nicht ständig ein gesundheitliches Risiko  für die Bevölkerung ausgeht.

Schutzgemeinschaft gegen Mülldeponie:
Anfrage an die SGD:

Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
Friedrich-Ebert-Str. 14
67433 Neustadt

1. Anfrage zum Störfall/Brand vom 30.04.2020 auf der DK II- Deponie bei der Fa. Süd- Müll

2. Anfrage bezüglich Genehmigungsantrag für die Erweiterung der DK-II-Deponie

Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrte Frau Merdian,

Am 30.4.2020 haben 20t Kunststoff- Schreddermaterial im sog. Wertstoffzentrum der Fa. Süd- Müll gebrannt. Über 1 Std. kam es zu einer extremen Rauchentwicklung, die bei einem starken Ostwind Richtung Heuchelheim/ Gerolsheim abgezogen ist.
Die Landesstraße musste wegen der Rauchentwicklung vorübergehend gesperrt werden. Die Messfahrten lt. Feuerwehr ergaben – wie immer – keine Gefährdung der Bevölkerung durch Schadstoffe.
Da es sich bei dem verbrannten Kunststoffschredder um eine Vielzahl zusammen-gesetzter Kunststoffmaterialien handelt, kommt es bei einem Schwelbrand zu vielschichtigen Verbrennungsprodukten/Schadstoffen, wodurch für die Gesundheit und die Umwelt gefährliche Nebenprodukte bei nicht optimaler Verbrennungs-temperatur entstehen können; bei PVC-haltigen Kunststoffen schlimmstenfalls Dioxine.

1. Wir hätten diesbezüglich gerne mal konkretere Daten bezüglich den Luftschadstoffmessungen:
– um wie viel Uhr wurde gemessen?
– wo wurde gemessen, in welchen Zeitabständen wurde gemessen und wie viele Messungen gab es?
– was wurde gemessen (für welche Materialen liegen Vergleichssubstanzen /Referenzdaten zugrunde und wo sind diese festgelegt?)
– welche Messergebnisse ergaben sich und in welcher Relation sind diese zu relevanten Grenzwerten?
– wurden auch Feinstäube und die daran gebundenen Schadstoffe gemessen?

2. Wurde die für den Brand verantwortliche Schreddermaschine regelmäßig einer DGUV-Prüfung nach DIN VDE 0105-100 und DIN VDE 0113-1 unterzogen? Wann war diese letzte Überprüfung durch den TÜV? Und wann war die letzte Inspektion/Überprüfung des Wertstoffzentrums/ Verpackungsanlage durch das Gewerbeaufsichtsamt?

3. Bestand die Gefahr eines Übergreifen des Brandes auf das Sonderabfallzwischen-lager, welches noch keine 100 m vom Brandherd gelegen ist ( Lagerbereich 200- giftige und sehr giftige Stoffe; Lagerbereich 100 brennbare Stoffe/Flüssigkeiten? )

Zu der 2. Anfrage:
Ihnen liegt von der Fa. Süd-Müll seit 2019 auch ein Genehmigungsantrag zur Erweiterung der DKII- Deponie um 5,3 ha vor. Dazu gab es einen Scopingtermin im September 2014, bei dem auch die Schutzgemeinschaft ihre Einwände vorgebracht hat.

– wie ist der Stand der Prüfung durch Ihre Behörde/wird diese Erweiterung genehmigt?/ wann ist mit der öffentlichen Auslegung/Bekanntmachung zu rechnen?
– haben sich Änderungen bezüglich der UVS ergeben (inzwischen Bebauung Aussiedlerhof mit Wohnhaus in 750 m) ?; der Scopingtermin liegt immerhin schon 5 Jahre zurück!

Vielen Dank für die Beantwortung,
mit freundlichen Grüßen
Ulrike Bonifer

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